Tomaten vor Braunfaeule schuetzen: So klappt es

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Tomaten vor Braunfaeule schuetzen: So klappt es

Braune Flecken an Blaettern, dunkle Stellen an den Fruechten, und innerhalb weniger Tage ist die ganze Pflanze dahin. Das ist die Kraut- und Braunfaeule, der haeufigste Grund fuer den ploetzlichen Tomatentod im Sommer. Die gute Nachricht: Sie ist mit den richtigen Massnahmen gut vermeidbar. In diesem Beitrag lesen Sie, warum die Krankheit auftritt, wie Sie erste Anzeichen erkennen und mit welchen konkreten Schritten Sie Ihre Pflanzen bis zur Ernte gesund halten.

Warum Braunfaeule Tomaten befaellt

Ausloeser ist der Erreger Phytophthora infestans, ein pilzaehnlicher Organismus, der auch die Kartoffelfaeule verursacht. Er braucht drei Dinge: Feuchtigkeit auf dem Blatt, milde Temperaturen um 15 bis 20 Grad und Sporen, die per Wind oder Spritzwasser ankommen. Bleiben Blaetter nach Regen oder naechtlichem Tau laenger als vier bis fuenf Stunden nass, keimen die Sporen. Deshalb schlaegt die Krankheit typischerweise in feuchten Juli- und Augustwochen zu.

Ein wichtiger Zusammenhang: Kartoffeln in der Naehe sind oft die erste Infektionsquelle. Wer Tomaten neben ein Kartoffelbeet setzt, erhoeht das Risiko deutlich.

Die ersten Anzeichen erkennen

Frueh erkennen entscheidet ueber Rettung oder Totalverlust. Achten Sie auf diese Zeichen:

  • Graubraune, unscharf begrenzte Flecken auf den Blaettern, oft zuerst an den unteren.
  • Ein weisslicher Belag auf der Blattunterseite bei feuchtem Wetter.
  • Braune, harte Stellen an den Fruechten, die sich nach innen ausbreiten.
  • Dunkle Streifen an Stiel und Trieben.

Sobald Sie befallene Blaetter sehen, schneiden Sie diese sofort ab und entsorgen sie im Restmuell, nicht im Kompost. So bremsen Sie die Ausbreitung.

Vorbeugen ist die halbe Ernte

Regen fernhalten

Die wirksamste Einzelmassnahme ist ein trockenes Blattwerk. Ein einfaches Tomatendach, ein Vordach oder ein Platz unter dem Balkonueberstand halten Regen ab. Im Gewaechshaus gilt: taeglich lueften, damit sich keine Feuchtigkeit staut.

Richtig giessen

Giessen Sie immer direkt an die Wurzel, nie ueber die Blaetter. Am besten morgens, damit Restfeuchte bis zum Abend abtrocknet. Eine Mulchschicht aus Stroh oder Rasenschnitt verhindert, dass beim Giessen Erde mit Sporen hochspritzt.

Luft und Abstand

Entfernen Sie die unteren Blaetter bis etwa 30 Zentimeter ueber dem Boden. Halten Sie mindestens 60 Zentimeter Pflanzabstand. Gut durchlueftete Pflanzen trocknen schneller und bieten dem Erreger weniger Angriffsflaeche.

Robuste Sorten waehlen

Es gibt Sorten mit hoher Widerstandskraft, etwa die Gruppe der sogenannten Wildtomaten und mehrere neuere Zuechtungen, die im Handel als robust gegen Kraut- und Braunfaeule ausgewiesen sind. Sie erkranken spaeter und milder. Eine hundertprozentige Immunitaet gibt es allerdings nicht.

Ein Beispiel aus der Praxis

Ein Hobbygaertner zog seine Tomaten zwei Jahre frei im Beet, direkt neben Kartoffeln. Beide Jahre waren die Pflanzen Mitte August tot. Im dritten Jahr aenderte er drei Dinge: ein einfaches Foliendach, Giessen nur an die Wurzel und Mulch auf dem Boden. Die Kartoffeln wanderten ans andere Gartenende. Ergebnis: erste Flecken erst Ende September, die Ernte war da bereits weitgehend eingebracht. Keine teure Chemie, nur veraenderte Bedingungen.

Haeufige Fehler und wie Sie sie beheben

  • Ueber die Blaetter giessen: haelt das Laub feucht. Loesung: Giesskanne ohne Brause direkt an den Fuss.
  • Befallenes Laub im Kompost: die Sporen ueberdauern. Loesung: in den Restmuell geben.
  • Zu dichter Stand: die Pflanzen trocknen nicht ab. Loesung: ausgeizen und untere Blaetter entfernen.
  • Kartoffeln daneben: Infektionsquelle. Loesung: raeumlich trennen.
  • Erst reagieren, wenn alles braun ist: dann ist es zu spaet. Loesung: woechentlich kontrollieren.

Ihre Checkliste fuer gesunde Tomaten

  • Ueberdachten, luftigen Standort waehlen.
  • Mindestens 60 cm Abstand einhalten.
  • Morgens an die Wurzel giessen, nie ueber das Laub.
  • Boden mulchen gegen Spritzwasser.
  • Untere Blaetter entfernen, regelmaessig ausgeizen.
  • Abstand zu Kartoffeln halten.
  • Woechentlich auf erste Flecken kontrollieren.
  • Befallenes Material sofort abschneiden und im Restmuell entsorgen.

Fazit und naechster Schritt

Braunfaeule laesst sich nicht mit einem einzigen Mittel besiegen, aber durch trockenes Laub, Abstand und Aufmerksamkeit stark ausbremsen. Ihr naechster Schritt: Pruefen Sie noch heute den Standort Ihrer Tomaten. Steht das Laub im Regen oder zu dicht, sorgen Sie fuer Dach und Luft. Diese eine Massnahme bringt oft schon den groessten Effekt.

Haeufige Fragen

Kann ich befallene Fruechte noch essen?

Fruechte mit braunen, harten Faeulestellen sollten Sie nicht mehr essen. Aeusserlich voellig gesunde, feste Tomaten derselben Pflanze koennen Sie ernten und rasch verwerten.

Hilft Spritzen mit Milch oder Backpulver?

Solche Hausmittel gelten als vorbeugend allenfalls schwach wirksam und ersetzen keine trockene Blattfuehrung. Verlassen Sie sich nicht darauf, sondern auf Standort und Giesstechnik.

Ist der Boden im Folgejahr verseucht?

Der Erreger ueberdauert vor allem an lebendem Pflanzenmaterial und Knollen, weniger dauerhaft im blossen Boden. Ein Standortwechsel und das gruendliche Entfernen alter Pflanzenreste senken das Risiko dennoch spuerbar.

Sind Cherrytomaten weniger anfaellig?

Viele kleinfruchtige Sorten gelten als robuster, sind aber nicht immun. Auch sie profitieren von Dach und Luft.

Quellen

  • Julius Kuehn-Institut (Bundesforschungsinstitut fuer Kulturpflanzen), Informationen zur Kraut- und Braunfaeule.